Lass Dich von uns mit der Überschrift nicht auf die falsche Fährte locken. Die Feinschmecker auf unserer zweiten Tour auf der Gose Elbe sind, trotz der Erdbeeren an Bord, nicht wir, sondern ein hanseatischer Newcomer.

Nachdem wir bei unserer letzten Tour auf dem Seitenarm der Dove Elbe nur einen kleinen Teil flußaufwärts gepaddelt sind, lockte uns das schöne, milde und windstille Sommerwetter auf die nächsten 6 Kilometer. Ausgangspunkt war diesmal die Reit-Schleuse, die man bequem mit dem Auto erreicht.

Wir hatten perfektes Paddelwetter. Der Fluß lag teilweise spiegelblank und die kaum spürbare Strömung sorgte eine traumhafte Ruhe. Überhaupt, diese Ruhe: kaum Verkehr neben dem Wasser, trotz eines Bootsverleihs auch auf dem Wasser kaum Betrieb. Dafür ordentlich Krawall von Enten, Lerchen und anderen noch näher zu bestimmenden Gesangskünstlern.

Die Gose Elbe ist teilweise keine 15 Meter breit, nur 2 – 2,50 m tief, dicht bewachsen und laut Fischprofis ein Lebensraum für Hecht, Aal und Friedfisch jeder Art. Das merkten wir auch ohne Angel, denn alle paar Meter schoß ein Fisch an die Wasseroberfläche und schnappte klatschend nach Mücken, Libellen und anderen Insekten. Einmal fürchtete ich, der Kumpel hüpft uns direkt ins Schiffchen.

Unmittelbar hinter der Reitschleuse verbreitert sich die Gose Elbe zu einem kleinen See. Dort kam uns eine Dreiercrew im Paddelboot entgegen und natürlich wurden wir auch diesmal ausgefragt: Windanfälligkeit und Materialbeschaffenheit – was man halt so wissen will, wenn ein scheinbar aus Papier gefaltetes Kanu mit zwei Leuten des Flusses kommt. Aber diesmal wurden wir stutzig, kam uns die Stimme des Steuermanns bekannt vor. Seinen Blick werden wir so schnell nicht vergessen, als wir beide riefen: „Matze“? Da sucht man seine Ruhe und trifft seine Bekannten. :-) Ein kurzer Schnack über´s Schiffchen im Konkreten und das Paddeln im Allgemeinen und einem Hinweis: Achtet auf die Biber.

Dann zogen wir weiter flußaufwärts, die Drei flußabwärts. Dank digitalem Kilometermesser (Runkeeper-App) wussten wir, wo zu wenden war. Bei Strich 6 Kilometer drehten wir und machten uns auf den Heimweg. Die Sonne senkte sich, das Licht wurde angenehmer und die Arme müder. Die eintretende Erschöpfung verflog aber schlagartig, als am Ufer dann eben jener Feinschmecker auftauchte, auf den wir schon hingewiesen wurden: ein Biber. Im flachen Wasser sitzend, knackte er Miesmuscheln und nagte die Gehäuse mit seinen großen Zähnen genüsslich aus. Nachschub holte er sich direkt vom Grund. Wir parkten ca. 4 Meter neben ihm und konnten ihn komplett ungestört beobachten. Ihm war sein Essen wichtiger und so ließ er uns links liegen (im wahrsten Sinne des Wortes).

Was uns überrascht: Biber sind erst seit wenigen Jahren wieder in Hamburg:

Der erste Hamburger Biberbau wurde 2010 entdeckt. Eine systematische Bestandserfassung brachte weitere Biberburgen und viele Fraßplätze entlang der Dove- und Gose-Elbe bis hinein nach Wilhelmsburg zutage. (Quelle)

Für uns, die wir an der Elbe in Sachsen-Anhalt aufgewachsen sind, waren Biber und deren beeindruckende Baumfäll- und Burgbaufähigkeiten nicht ungewöhnlich. Aufgrund der Weitläufigkeit der Elbe und der Seitenarme sah man die scheuen Tiere nur nie. Insofern sind wir natürlich schwer begeistert, den Biber in der Dove Elbe so ungestört beim Miesmuschelfuttern beobachten gekonnt zu haben.

Nachdem sich der Biber den Magen vollgeschlagen hatte, verschwand er an Land und wir setzten unsere Rückreise fort. Um´s kurz zu machen: das zog sich ganz schön lang. Die Sonne senkte sich weiter, wir wurden von Enten und Blessrallen begleitet und nach insgesamt vier Stunden landeten wir angenehm erschöpft an der Reit-Schleuse. Zehn Minuten später war das ONAK wieder als Hackenporsche verpackt und wir machten uns mit einem dicken Lächeln wegen der tollen Tour zurück nach Hause. Erstmal was Essen.

Ab- und Anlegen an der Reitschleuse

Proviant an Bord des ONAK

Frisches Paddel-Proviant an Bord des ONAK

Gose Elbe bei der Reit-Schleuse

breiter Abschnitt kurz hinter der Reit-Schleuse

Paddel-Pause machen

unser Rastplatz: natürlich auf dem Wasser.

Biber in der Gose Elbe beim Muschelfressen

Ein Biber beim Miesmuschelfuttern

Dichtes Ufer der Gose Elbe

bewachsene Wasserzonen und dichtes Ufer

Gose Elbe Richtung Reitschleuse

Blick flussabwärts

Schilfgürtel und Gänse

die Abendsonne inszeniert Gänse und Schilf

Paddeltour auf der Gose Elbe

Die Route um Überblick

 

Manchmal Steuermann, oft Vordermann. Immer viel Spaß auf dem Wasser mit unserem ONAK.

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